Eine E-Mail weitergeleitet, im Meeting die Talking Points aus der Unternehmenskommunikation vorgelesen, eine Präsentation gehalten: Du denkst, das reicht so und du hast ausreichend kommuniziert? Schön wärs!
Denn Informationen weiterzugeben bedeutet noch lange nicht, dass sie verstanden werden. Führungskräfte sind die ersten Ansprechpartner für ihre Teammitglieder. Und genau deswegen müssen sie dafür sorgen, dass Botschaften ankommen. Nur so werden Missverständnisse vermieden.
Doch welche Kommunikationskompetenzen brauchen sie dafür? Und was sollte ein gutes Kommunikations-Seminar für Führungskräfte vermitteln?
Schauen wir uns an, was Führungskräfte heute kommunikativ leisten müssen und warum gute Kommunikation nicht einfach so nebenher läuft.
1. Was Führungskräfte heute kommunikativ leisten müssen
Als Führungskraft triffst du nicht nur Entscheidungen. Eine deiner wichtigsten Aufgaben ist es, zu kommunizieren. Und das ständig: in Teammeetings, E-Mails, Präsentationen, Einzelgesprächen oder auf digitalen Kanälen.
Du vermittelst Unternehmensziele an dein Team oder strategische Entscheidungen. Du gibst wichtige Informationen weiter, damit deine Mitarbeitenden wissen, woran sie warum arbeiten. Komplexe Sachverhalte sollen dabei verständlich erklärt werden, damit sie bei der jeweiligen Zielgruppe ankommen.
Dein Unternehmen verändert sich ständig. Das wirft Fragen auf, verunsichert oder führt sogar zu Widerständen in der Belegschaft. Umso wichtiger ist es, das Warum hinter einer Maßnahme zu erklären und was genau das für jeden Einzelnen bedeutet.
Als Führungskraft musst du gut zuhören und dich auf ganz unterschiedliche Menschen und Situationen einstellen.
All diese Situationen führen dazu, dass es nicht mehr ausreicht, Informationen einfach so weiterzureichen. Sie müssen aufbereitet werden. Und genau dazu fehlt es oft an Zeit, insbesondere, wenn du als Führungskraft noch stark im Tagesgeschäft eingebunden bist.
Deswegen ist es so wichtig, dass Manager und Managerinnen kommunikativ kompetent sind. Leider entwickelt sich diese Kompetenz nicht immer automatisch mit mehr Führungserfahrung. Das weiß ich aus erster Hand aus meinen Kommunikations-Seminaren: Selbst langjährigen Managern fehlt manchmal das nötige Handwerkszeug, um effektiv mit ihrem Team zu kommunizieren.
2. Warum Kommunikationskompetenz nicht automatisch mit Führungserfahrung wächst
Fachliche Kompetenz sowie Führungserfahrung sind wichtig. Allerdings ist beides nicht gleichbedeutend mit guter Kommunikation.
Oft werden Führungskräfte aufgrund ihrer Expertise oder guter Leistungen befördert. Kommunikation spielt dabei zunächst keine Rolle. Gerade junge Führungskräfte, die sich in ihrer Position noch beweisen müssen, tappen dann gerne in die Kommunikationsfalle. Denn Kommunikationskompetenz wird nicht immer systematisch aufgebaut.
Typische Herausforderungen, von denen Manager:innen in meinen Workshops berichten:
- Zu viele Informationen werden auf einmal vermittelt
- Die eigentliche Kernbotschaft wird nicht deutlich
- Es werden Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet
- Kritische Fragen werden nicht beantwortet oder persönlich genommen
- Es werden Gespräche geführt, ohne richtig zuzuhören
- Schwierige Themen werden zu lange aufgeschoben
In meinen Seminaren für Führungskräfte erlebe ich immer wieder, dass Führungskräfte oft ganz genau wissen, welche Informationen sie weitergeben sollen. Allerdings fehlt ihnen die Expertise, die Inhalte verständlich, für ihre Zielgruppe und vor allem überzeugend zu vermitteln.
Ein gutes Kommunikationstraining setzt genau dort an: bei alltäglichen Führungssituationen.
3. Sechs Kernthemen, die ein gutes Kommunikations-Seminar für Führungskräfte ausmacht
3.1. Klar und verständlich kommunizieren
Es geht darum, Informationen so aufzubereiten, dass unterschiedliche Zielgruppen sie verstehen. Damit meine ich, dass
- Fachbegriffe erklärt, Abkürzungen und komplizierte Formulierungen vermieden werden;
- Sprache an die Zielgruppe angepasst wird, z. B. an Vorwissen, Erfahrung, Arbeitsumfeld etc.;
- insbesondere in internationalen Teams auf die Verständlichkeit geachtet wird;
- auch visuell kommuniziert wird, wenn Sprache schwierig wird, z. B., wenn Sprachkenntnisse fehlen
Wichtig ist dabei, dass du regelmäßig überprüfst, ob die Botschaft angekommen ist.
Ich mache hierzu gerne eine Gruppenübung mit meinen Teilnehmenden. Insbesondere im Blue-Collar-Bereich, in dem es Teammitglieder gibt, die schlecht ausgebildet sind und bei denen Sprachkenntnisse fehlen.
3.2. So bringst du Botschaften auf den Punkt
Führungskräfte erhalten zahlreiche Informationen aus der Unternehmenskommunikation, von anderen Abteilungen, der Geschäftsführung oder aus dem eigenen Bereich. Deine Aufgabe als Führungskraft ist es, diese so aufzubereiten, dass dein Team weiß, was wichtig ist, woran gearbeitet wird, warum etwas geschieht und was für sie selbst dabei rausspringt.
Aus meiner Sicht sind dabei folgende Punkte wesentlich:
- Du identifizierst zunächst die Kernbotschaft.
- Es wird zwischen wichtigen Informationen und Details unterschieden.
- Die wichtigste Aussage stellst du an den Anfang.
- Das Thema ist komplex? Strukturiere und fasse verständlich zusammen.
- Denke an den roten Faden.
- Nutze Beispiele, damit abstrakte Inhalte greifbarer werden.
Falls du das zuhause üben möchtest: Such dir ein komplexes Thema und erkläre es in einer Minute: mit einer klaren Botschaft und ohne unnötige Details. Nutze dafür gerne deine Handykamera. So kannst du direkt sehen, wie du wirkst.
3.3. Aktives Zuhören
Das kennst du bestimmt aus deiner Praxis: Eine Mitarbeiterin äußert sich kritisch zu einer Information. Anstelle nun direkt mit Gegenargumenten zu reagieren, könntest du erst einmal in Ruhe zuhören, dich in die Mitarbeiterin hineinversetzen und versuchen zu verstehen, warum sie so reagiert.
Aktiv zuhören bedeutet, ...
- ... dein Gegenüber zu verstehen, ohne bereits Antworten gedanklich vorzuformulieren.
- ... nachzufragen, wenn dir etwas unklar ist.
- ... in deinen eigenen Worten zusammenzufassen.
- ... auf nonverbale Signale oder Zwischentöne zu achten.
- ... dich in deinen Gesprächspartner hineinzuversetzen und die andere Perspektive verstehen zu wollen.
- ... Missverständnisse frühzeitig erkennen.
- ... zwischen einer kritischen Bemerkung und einem persönlichen Angriff zu unterscheiden.
Gut zuhören bedeutet nicht automatisch, dass du zustimmst. Zuhören hilft dir dabei, die eigentliche Ursache einer Reaktion zu erkennen.
3.4. So führst du schwierige Gespräche
Ein Mitarbeiter kommt regelmäßig zu spät.
Du musst einem Teammitglied eine Abmahnung erteilen.
Eine Mitarbeiterin reagiert unangemessen auf eine Entscheidung.
Das sind nur drei Beispiele für Gespräche, die schwerfallen können. In allen drei Fällen gilt: Sprich unangenehme Themen frühzeitig an, statt sie aufzuschieben.
Wichtig für das Gespräch sind folgende Punkte:
- Bereite dich sorgfältig vor und kläre: Was möchte ich mindestens/maximal erreichen?
- Formuliere klar, worum es geht. Nutze konkrete Beispiele.
- Kritisiere sachlich und respektvoll.
- Lass Emotionen zu - auf beiden Seiten. Verliere dabei nicht dein Ziel aus den Augen.
- Bleib konstruktiv, auch wenn ihr unterschiedliche Meinungen habt.
- Triff am Ende eine konkrete Vereinbarung mit nächsten Schritten.
In einem Workshop bietet sich hier ein Rollenspiel an mit je einer Führungskraft, einem Mitarbeitenden und einer Beobachterin.
3.5. Feedback geben und nehmen
Feedback ist in Unternehmen ein wichtiges Mittel, um zu erfahren, wie ich auf andere wirke. Denn genau diese Wirkung bestimmt oft, wie ich mich im Unternehmen weiterentwickle.
Wenn du Feedback gibst, beachte folgende Regeln:
- Starte mit positivem Feedback.
- Sei konkret, nachvollziehbar und gib es zeitnah.
- Beschreibe das Verhalten, ohne zu bewerten.
- Erkläre, wie sich dieses Verhalten auf dich auswirkt.
- Formuliere deine Rückmeldungen so, dass sie Entwicklung ermöglichen.
Als Führungskraft solltest du dir ebenfalls regelmäßig Feedback einholen. Von deinem Vorgesetzten, deinen Teammitgliedern oder Kolleginnen, die mit dir an einem Projekt arbeiten. Lass dieses Feedback auf dich wirken, rechtfertige dich nicht. Danach entscheidest du, was du damit machst.
Denke immer daran: Feedback ist ein Geschenk, das du annehmen oder ablehnen kannst.
3.6 Veränderungsprozesse kommunizieren
In Veränderungsprozessen ist es besonders wichtig, kontinuierlich zu kommunizieren - und zwar ehrlich. Auch dann, wenn noch nicht alles feststeht und wenn die Auswirkungen einschneidend sind.
Als Führungskraft hast du die Aufgabe, Veränderungen verständlich zu erklären und in den größeren Zusammenhang einzuordnen. Du vermittelst das Warum hinter der Entscheidung. Du gibst Orientierung, auch wenn noch nicht alle Antworten vorliegen.
Wichtig ist es, dass du Raum für Fragen und Dialog schaffst. Du notierst offene Fragen, kümmerst dich um die Klärung und nimmst alle Sorgen und Bedenken ernst. Kommuniziere regelmäßig und gehe nicht davon aus, dass eine einmalige Information ausreicht.
Du bist das Bindeglied zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeitenden, holst dir Feedback zu Maßnahmen ein und leitest sie weiter.
In einem Workshop wird hier insbesondere vermittelt, wie wichtig Kommunikation ist, welche Rolle Führungskräfte einnehmen (die teilweise selbst von Maßnahmen betroffen sind), was Veränderungen im Team bewirken und wie kommuniziert werden sollte.
4. Theorie alleine reicht nicht: Warum Übung entscheidend ist
Du weißt, worauf es in der Kommunikation ankommt, kennst Modelle und Methoden. Und dennoch scheint die Teamkommunikation nicht zu gelingen: Dir fehlen Praxis und Reflexion.
Dein theoretisches Wissen ist lediglich die Grundlage, dein Verhalten verändert sich dadurch noch lange nicht. Kommunikation ist immer auch situationsabhängig: Was in einem Gespräch funktioniert, kann in einem anderen völlig ungeeignet sein.
Deswegen ist es wichtig, dass du neue Verhaltensweisen ausprobierst und erlebst, wie sie wirken. Übungen machen eigene Kommunikationsmuster und blinde Flecken sichtbar. Und genau hier sind wir wieder beim Feedback: Es hilft dir, die Wirkung deines Verhaltens besser einzuschätzen.
In Rollenspielen werden schwierige Situationen im geschützten Rahmen geübt. Praxisnahe Beispiele aus deinem Führungsalltag erleichtern den Transfer. Besonders wichtig ist die Reflexion nach einer Übung: Was hat funktioniert? Was ist dir schwergefallen? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
Ein gutes Kommunikationsseminar beinhaltet neben kurzen, theoretischen Impulsen daher auch folgende Elemente:
- Konkrete Fallbeispiele
- Einzel- und Gruppenübungen
- Rollenspiele und Gesprächssimulationen
- Feedback durch andere Teilnehmende und Trainer
Meine Kommunikationsseminare für Führungskräfte sind immer individuell und praxisnah. Im Klartext bedeutet das, dass ich mit konkreten Beispielen aus dem jeweiligen Unternehmen arbeite. Idealerweise bringen Führungskräfte direkt eigene Beispiele mit, an denen wir gemeinsam arbeiten. Ich gebe kurze, theoretische Impulse und lasse ausreichend Raum für Übung und Reflexion. Das macht es den Teilnehmenden später einfacher, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.
5. Was ein gutes Kommunikationsseminar für Führungskräfte ausmacht
Ein guter Workshop orientiert sich nicht an einem starren Standardprogramm, sondern an den tatsächlichen Herausforderungen der Teilnehmenden.
Folgende Fragen sollten geklärt werden:
- Ziel: Was sollen die Führungskräfte nach dem Workshop besser können?
- Bedarf: Welche Situationen und Herausforderungen beschäftigen die Teilnehmenden?
- Inhalte: Was ist für dein Unternehmen und deine Führungsebene wichtig?
- Praxis: Welche realen Beispiele und Situationen gibt es aus dem Unternehmen?
- Gruppen: Ideal sind 12-14 Personen pro Workshop. So kann ausreichend geübt und reflektiert werden.
- Trainerin: Wie viel Erfahrung hat sie? Kann sie Situationen einordnen, gezielt nachfragen und hilfreiche Impulse geben?
- Format: Online oder vor Ort? Wie lange darf der Workshop dauern?
Unternehmen sollten insbesondere darauf achten, dass Kommunikations-Workshops konkrete Fähigkeiten vermitteln, die anschließend im Alltag angewendet werden können.
Und genau so gestalte ich meine Kommunikationsseminare für Führungskräfte: Sie werden individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Führungskräfte zugeschnitten. Ein ausführliches Briefing hilft mir dabei, die richtigen Themen und Übungen vorzubereiten.
6. Checkliste für Unternehmen: So findest du den passenden Workshop
Bevor du als HR- oder Kommunikationsverantwortliche oder Geschäftsleitung einen Workshop bei einem externen Anbieter buchst, solltest du folgende Fragen klären:
- Was wollen wir erreichen: Wo hakt es in der Kommunikation? Welche Kommunikationsfähigkeiten sollen verbessert werden und was sollen die Führungskräfte nach dem Workshop anders machen?
- Vor welchen Herausforderungen stehen deine Führungskräfte: Steht eine große Veränderung bevor? Geht es um schwierige Gespräche, verständliche Botschaften? Welche Situationen sollte der Trainer auf jeden Fall kennen und für Übungen nutzen?
- Sind die Inhalte des Workshops auf deine Zielgruppe ausgerichtet: Welche Führungsebene nimmt teil? Bringen die Führungskräfte Erfahrung mit? Welche besonderen Anforderungen gibt es (Blue-Collar-Teammitglieder, internationale Teams etc.)
- Können Inhalte des Workshops angepasst werden: Ist es möglich, die konkreten Anforderungen aus dem Unternehmen zu berücksichtigen? Können also eigene Beispiele eingebracht werden?
- Ist das Training praxisorientiert: Gibt es Übungen, Simulationen, Rollenspiele? Ist ausreichend Zeit vorgesehen für konkretes Feedback? Werden Beispiele aus dem Arbeitsalltag bearbeitet?
- Welches Format passt zu euch: Präsenz oder online? Wie groß dürfen Gruppen maximal sein? Lieber kompakt oder eine Workshop-Reihe?
- Wie wird der Transfer in den Alltag sichergestellt: Werden konkrete nächste Schritte vereinbart? Können Teilnehmende das Gelernte anwenden? Woran erkennst du, dass sich die Kommunikation verbessert hat?
- Passt die Trainerin zu euch: Hat sie ausreichend Erfahrung bezogen auf den Arbeitsalltag der Führungskräfte? Kennt sie die kommunikativen Herausforderungen? Passt sie zur Unternehmenskultur?
Denke immer daran: Das beste Kommunikationsseminar für Führungskräfte ist nicht immer das mit den meisten Inhalten. Wichtig ist, dass es zu den Herausforderungen der Führungskräfte passt und ihnen die Kommunikation im Alltag erleichtert.
7. Fazit: Kommunikation lässt sich trainieren
Kommunikationskompetenz ist ein zentrales Führungselement. Dabei reicht es nicht aus, genügend Fachwissen mitzubringen, um in jeder Situation gut zu kommunizieren.
Ein gutes Kommunikationsseminar vermittelt diese Fähigkeiten, vor allem, wenn ausreichend Raum zum Üben besteht. Wichtig ist, dass die Inhalte zum Unternehmen, zur Zielgruppe und zum Führungsalltag im Unternehmen passen.
Ich konzipiere genau solche Kommunikationsseminare für Führungskräfte: Sie richten sich immer an den konkreten Herausforderungen des jeweiligen Unternehmens. Kurze theoretische Impulse kombiniere ich mit praktischen Übungen und Feedbackrunden.
Du möchtest die Kommunikationskompetenz deiner Führungskräfte stärken? In meinen Workshops arbeiten wir an den Themen, die im Führungsalltag wirklich relevant sind. Praxisnah, individuell und mit vielen Gelegenheit, das Gelernte auszuprobieren.
Schreib mir gerne eine E-Mail an baerbel@baerbelgerhardt.com. Gemeinsam finden wir heraus, welches Format und welche Inhalte zu deinem Unternehmen passen.

