Der Sommer neigt sich so ganz allmählich dem Ende zu. Die meisten Felder sind abgemäht, die ersten Blätter verfärben sich an den Bäumen und die Nächte werden kälter. Viele kommen zunächst hochmotiviert und ausgeruht aus dem Urlaub zurück. Doch so wirklich will sich die Arbeitslust nicht einstellen. Von Motivation ganz zu schweigen.

Kommt dir das bekannt vor? Mir jedenfalls geht es jedes Jahr nach der Sommerpause so.

Diese Auszeiten – meist auf dem Fahrrad – nutze ich, um über die vergangenen Monate zu reflektieren. Was lief gut? Was weniger gut? Was möchte ich ändern? Wo muss ich intensiver an mir arbeiten? Ich nehme mir auch immer sehr viel vor und komme zunächst hochmotiviert zurück. Leider kann es manchmal aber auch passieren, dass die Motivation sehr schnell wieder nachlässt und ich unstrukturiert von einem Thema zum anderen hüpfe. Am Ende des Tages fühlt es sich dann so an, als hätte ich überhaupt nichts geschafft.

Dieses Jahr wollte ich das anders angehen, um wirklich von Tag 1 nach dem Urlaub deutlich produktiver an meinen Zielen und Aufgaben zu arbeiten. Und ich muss sagen, es funktioniert. Unten findest du meine 6 wichtigsten Tipps, um nach der Sommerpause voll durchzustarten.

Motivation is what gets you started. Habit is what gets you going. – Jim Ryun

 

Tipp 1 –  Plan für die erste Woche erstellen

Grundsätzlich plane ich meine Arbeitswoche gerne im voraus. Dafür trage ich alle Aktivitäten in meinen elektronischen Kalender ein. Das gilt auch für Pausen und private Dinge. Das hilft mir, mich regelmäßig zu bewegen und an einem Thema dranzubleiben.

In den letzten Jahren bin ich meist erst am Tag vor meinem ersten Arbeitstag aus dem Urlaub zurückgekommen. Das war dieses Mal anders und auch gut so. Ich konnte mich nämlich besser auf meine erste Arbeitswoche vorbereiten.

Ich habe also den Montag bereits am Sonntag und noch detaillierter geplant als sonst. Bewusst habe ich mir zunächst nur den ersten Tag vorgenommen, da ich mir am Montag erst einen Überblick verschaffen wollte. Dabei habe ich darauf geachtet, meine einzelnen Aufgaben kürzer als üblich zu planen. Also z. B. anstelle von 90 Minuten bloggen nur 45 Minuten. Außerdem habe ich viele unterschiedliche Tätigkeiten geplant, damit der Tag abwechslungsreich wird.

Mein erster Tag sah im Kalender dann in etwa so aus:

7:00 Morgenroutine (Tee trinken, 10 Minuten Rücken-Stretching, inspirierendes Buch lesen)

8:00 Fachbuch lesen/Weiterbildung

8:30 Telefonkonferenz mit Kunden

9:30 Pause

10:00 Termin Steuerberater

11:00 E-Mails checken/Woche vorbereiten

11:45 Spaziergang

12:15 Mittagspause

13:30 Kundentermin vorbereiten

14:15 Pause

14:30 Videokonferenz mit Kundin

16:00 Pause

16:30 Social-Media-Content für September planen

17:15 Blogartikel schreiben

18:00 Sport

Und was soll ich sagen? Einer der wenigen Tage, an denen ich tatsächlich alles, was ich mir vorgenommen hatte, auch geschafft habe – und zwar mit Leichtigkeit und Spaß.

 

Tipp 2 – Einfache Dinge zuerst

Ein wesentlicher Produktivitäts-Tipp ist ja, komplizierte Dinge, die einem nicht so leicht fallen, zuerst abzuarbeiten. Das macht den Kopf frei und alles andere flutscht dann. So die Theorie. In der Praxis funktioniert das für mich, wenn ich tatsächlich im Flow bin. Wenn ich aber frisch aus dem Urlaub zurückkomme, muss ich erst wieder in meine Arbeitsroutine zurückfinden. Wenn ich in dieser Zeit mit Arbeiten beginne, die mir eher schwer fallen oder bei denen ich nicht so richtig weiß, wie ich sie angehen soll, frustriert mich das. Ich tendiere dann dazu, 1000 andere Dinge zu tun und am Ende des Tages bin ich unzufrieden.

Was viel besser klappt: mit Dingen zu beginnen, die dir einfach fallen. Ein Beispiel: Bereits im Juli habe ich mit einem fachlichen Blogthema begonnen, das sehr umfangreich ist. Schon damals war mir die Struktur nicht klar und wie viel Fachwissen ich tatsächlich preisgeben möchte. Zurück aus dem Urlaub wollte ich diesen Blog in dieser Woche fertigzustellen und veröffentlichen. Jedes Mal, wenn es allerdings ans Schreiben ging, fand ich andere Dinge, die ich zuerst machen musste. Typischer Fall von Prokrastination.

Gestern hat sich der Knoten gelöst. Ich musste mir einfach ein anderes Thema aussuchen, das leichter von der Hand geht. Und so kam mir die Idee zu diesem Artikel. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen ähnlich geht. Somit habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich kann diese Woche einen Blog veröffentlichen und komme gleichzeitig wieder in den Schreibflow nach vierwöchiger Blog-Abstinenz.

Bloggen

 

Tipp 3 – Regelmäßig Pausen machen

Wenn du dir oben meinen ersten Tag genauer angeschaut hast, dann kam dir vielleicht der Gedanke: „Boa, die macht ja andauernd Pausen!“. Richtig – und zwar geplant und öfter als ich dies normalerweise tun würde. Zum einen bin ich es nach vier Wochen Radfahren, draußen und unterwegs sein nicht mehr gewohnt, stundenlang hinter dem Computer zu sitzen. Zum anderen brauche ich die kleinen Auszeiten, um meine Gedanken zu sammeln. Bei Spaziergängen habe ich meist die besten Ideen für mein Business. Deswegen dürfen ein kleines Notizheft und ein Stift nicht fehlen, damit mir keine Idee abhanden kommt. Das Smartphone darf bei meinen Spaziergängen nämlich meist nicht mit.

Pausen sind wirklich wichtig – baue sie gerne noch öfter ein. Oft reichen schon zehn Minuten, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich räume dann meist die Küche auf, kümmere mich um die Wäsche oder mache ein Paar Dehnübungen. Hauptsache, ich bewege mich und bin weg vom Schreibtisch.

 

Tipp 4 – Wenn’s nicht läuft – einfach was anderes machen

Sei nicht so streng mit dir selber! Der beste Plan hilft nichts, wenn es nicht laufen will. So geschehen gestern bei mir: Ich habe genügend Projekte, die bearbeitet werden müssten. Im Kalender sind sie eingeplant. ABER: Irgendwie sprudelten die Ideen nicht und ich quälte mich durch den Tag. Unzufrieden mit mir selber habe ich mich dann entschieden, den Nachmittag ganz anders zu nutzen: mit Pflaumen pflücken und einem weiteren Spaziergang.

Was soll ich sagen? Danach habe ich mit diesem Artikel begonnen, mich mit einer Blogger-Kollegin ausgetauscht, Sport gemacht und den Tag dann doch noch zufrieden beendet.

Mein Tipp also: Quäle dich nicht durch den Tag, denn wahrscheinlich wird nichts Produktives mehr entstehen und nutze die Zeit, um etwas zu machen, worauf du wirklich Lust hast.

Pflaumen pflücken

 

 

Tipp 5 – Bewege dich mehr

Da ich grundsätzlich viel Sport mache und versuche, mich viel zu bewegen, um auch die empfohlenen 10.000 täglichen Schritte einzuhalten, wundert es dich vielleicht, dass ich mir trotzdem immer wieder sportliche Ziele setze. Weil nämlich meine Urlaub meist aus Radfahren bestehen, ist für mich das Zurückkommen in den Büroalltag immer sehr krass. Ich fühle mich wie ausgebremst, wenn sich von einem Tag auf den anderen nur noch meine Finger auf der Tastatur bewegen. Daher auch die vielen Spaziergänge. Meist mache ich die ersten Wochen auch sehr intensive Sporteinheiten, um wieder in Balance zu kommen.

Vor allem denjenigen, die eine sitzende Bürotätigkeit ausüben, kann ich empfehlen, sich viel zu bewegen. Baue regelmäßige Spaziergänge in deinen Alltag ein. Wenn das nicht geht, nutze Telefonkonferenzen dazu, dich im Stehen zu bewegen. Plane mindestens dreimal die Woche Sportarten ein, bei denen du ins Schwitzen kommst. Wenn Sport nicht dein Ding ist, reichen auch zügige Spaziergänge. Hauptsache, der Kreislauf kommt in Schwung.

 

Tipp 6 – Achte jetzt ganz besonders auf deine Ernährung

Ernähre dich ganz bewusst gesund. Im Urlaub esse ich meist deutlich mehr und oft Dinge, die ich normalerweise nicht essen würde. Vor allem Zucker, weil es öfters Eis oder Kuchen gibt. Oder Schnitzel mit Pommes. You name it. Dafür achte ich in den Wochen nach dem Urlaub immer ganz besonders darauf, mich gesund zu ernähren. Viel frisches Obst und Gemüse und wenig Zucker stehen auf meinem Ernährungsplan. Ich habe dann auch immer wieder richtig Lust, selber zu kochen und neue Rezepte auszuprobieren.

Du wirst sehen, du hast viel mehr Energie, denn wie heißt es nicht so schön: shit in – shit out. Also muss auch im Umkehrschluss gelten: Wenn du Gutes zu dir nimmst, kommt auch Gutes dabei raus.

food salad healthy eating

 

Tipp 7 – Gönn‘ dir was Schönes

Gerne schiebe ich Dinge in der ersten Woche noch auf, wenn ich keine Deadlines einzuhalten habe. Das ärgert mich in den Wochen danach immer umso mehr, weil dann nämlich der Stress mit Abgabeterminen beginnt. Ich schiebe dann weniger wichtige Aufgaben vor mir her und oder ins Wochenende. Zum Beispiel meine Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Das wollte ich diesen Monat unbedingt vermeiden. Und so habe ich mir gestern ein Hotelzimmer gebucht und fahre am Samstag alleine mit dem Rad an den Bodensee und am Sonntag wieder zurück. Das hilft mir auch dabei, gewisse Aufgaben nicht ins Wochenende zu verlagern. Du musst natürlich nicht gleich wieder wegfahren, aber Verabredungen mit Freunden, der Familie oder kleine Ausflüge helfen dir, das Wochenende freizuhalten.

 

Ich bin mir sicher, dass du mit diesen Tipps besser durch die erste Woche nach dem Urlaub kommst. Schreib mir doch in den Kommentaren, wie du dich nach dem Urlaub motivierst. Hast du weitere gute Tipps?