„Der Persönlichkeitstyp des Verteidigers ist in gewisser Weise einzigartig, da viele der kollektiven Eigenschaften im Widerspruch zu individuellen Charakteristiken stehen können. Verteidiger sind normalerweise sanftmütig, können aber streitsüchtig werden, wenn es um den Schutz ihrer Familie oder Freunde geht. Sie sind ruhig und zurückhaltend, haben aber gut entwickelte Kommunikationsfertigkeiten und robuste soziale Beziehungen. Sie streben nach Sicherheit und Stabilität, können aber bemerkenswert offen für Veränderungen sein, vorausgesetzt sie fühlen sich verstanden und respektiert.“

Ich bin ein Verteidiger und wie oben wird meine Persönlichkeit laut Myers-Briggs-Persönlichkeitstest beschrieben. Da musste ich erst einmal schlucken. Zehn Minuten habe ich für die Beantwortung der Fragen gebraucht und werde erstaunlich gut beschrieben. Ganz genau genommen bin ich Typ ISFJ-T: hilfsbereit, fürsorglich, beliebt. Was das für dich und mein Business bedeutet, erkläre ich dir unten.

 

1. Wie funktioniert der Test?

Du musst eine Reihe von Fragen ehrlich beantworten. Ich habe den Test innerhalb eines halben Jahres mittlerweile dreimal ausgefüllt und bin jedes Mal auf dasselbe Ergebnis gekommen. Die vier Buchstaben stehen für vier verschieden Kategorien:

Introvertiert versus extrovertiert (I/E)
Bist du eher kontaktfreudig und breit interessiert oder konzentrierter und intensiver?

Intuition versus sensitives Empfinden (N/S)
Hier geht es darum, ob du dich eher auf dein Bauchgefühl verlässt oder realistisch und detailorientiert Entscheidungen triffst.

Fühlen versus Denken (F/T)
Wie werden Entscheidungen getroffen? Der Denker trifft Entscheidungen ganz rational und ist ergebnisorientiert. Der Fühlende bezieht auch seine persönlichen Wertesysteme in Entscheidungen ein.

Urteilen versus Wahrnehmen (J/P)
Urteilende Persönlichkeiten entscheiden schnell und bleiben bei ihrem Entschluss. Wahrnehmende Menschen sind eher flexibel und auch bereit, sich umzuentscheiden, wenn ihnen neue Informationen vorliegen.

Durchsetzungsstark versus ungestüm (A/T)
Am Ende werden die Persönlichkeitstypen schließlich noch darin unterschieden, wie sie ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Beispielsweise sehen 87 Prozent der ungestümen Verteidiger die Schuld zunächst bei sich selber, wenn etwas schief geht, verglichen mit 55 Prozent der durchsetzungsstarken Menschen. Dagegen behaupten 82 Prozent aller A-Typen von sich, dass sie sich darauf konzentrieren, wie Dinge sind und nicht wie sie sein sollten, verglichen mit 45 Prozent der T-Typen.

 

2. Meine Ergebnisse und was das für dich bedeutet

2.1. Zusammenfassung meiner Ergebnisse

„Verteidiger sind wahrhafte Altruisten, und reagieren auf Güte mit umso größerer Güte und Liebenswürdigkeit. Sie setzen sich mit Begeisterung und Großzügigkeit für die Aufgaben und die Menschen ein, die ihnen am Herzen liegen. Daneben sind Verteidiger sehr traditionsbewusst und möchten Gutes tun. Verteidiger, insbesondere die Temperamentvollen unter ihnen, sind oft extrem akribisch. Obwohl sie Dinge aufschieben, kann man sich immer darauf verlassen, dass sie ihre Arbeit pünktlich verrichten. Verteidiger nehmen ihre Verantwortung persönlich. Sie tun, was sie können, um Erwartungen zu übertreffen und anderen Freude zu bereiten, bei der Arbeit und zu Hause.“

Bin ich wahrhafte Altruistin?

Ganz so extrem sehe ich mich selber nicht. Trotzdem stelle ich oft die Anforderungen, die mein Umfeld an mich hat, an erste Stelle. Erst im zweiten Schritt gehe ich auf meine eigenen Bedürfnisse ein. Das gilt sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich.

Traditionsbewusst oder doch nicht?

Jein. Vor allem im familiären Bereich oder bei Freunden halte ich gerne an Traditionen fest. Osterkaffee oder Weihnachtsessen mit der Familie, jährliches Gänseessen mit meinen engsten Freunden. Beruflich ist das ein wenig anders: da stehe ich Neuem sehr offen gegenüber. Ich lerne täglich dazu, probiere Neues aus, verwerfe Dinge, starte wieder von vorne. Wenn es allerdings um meine Werte geht, die ich pflege und für die ich stehe, dann bin ich sehr wohl auch im beruflichen Umfeld traditionsbewusst. Dinge wie ein freundlicher Umgang miteinander, offenes und ehrliches Feedback, Höflichkeit etc. sind für mich selbstverständlich.

Extrem akribisch?

Ich muss zugeben, ich bin es. Ob extrem, sei dahingestellt. Mich macht es wahnsinnig, wenn ich Texte lese, die vollgespickt sind mit Tipp- und Rechtschreibfehlern. Wenn dass mit das verwechselt wird. Wenn seit anstelle von seid geschrieben wird. Mich stört das ungemein und ich muss mich oft in den sozialen Medien oder selbst bei Textnachrichten zurückhalten, nicht andauern zu korrigieren. Ich mag auch keine „dahingerotzten“ E-Mails und lese meine E-Mails vor Versenden immer nochmals durch. Dasselbe gilt für meine Textnachrichten. Anderes Beispiel: An einem unaufgeräumten Schreibtisch kann ich nicht arbeiten, ich habe dann das Gefühl, dass nicht nur auf dem Tisch, sondern auch in meinem Kopf Chaos herrscht. Mein privates Umfeld hat unter meiner Akribie sicherlich manchmal zu leiden, beruflich kommt sie mir zugute, denn meine Kunden können sich darauf verlassen, dass sie Qualität von mir bekommen.

Ich bin pünktlich…

In alle Bereichen. Ich erscheine weder zu privaten noch beruflichen Treffen verspätet. Meine Termine halte ich ein. Wenn ich es nicht schaffe, dann informiere ich meine Kunden so rechtzeitig, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Das gilt auch für Video- und Telefonkonferenzen. Dazu habe ich übrigens einen Blogartikel veröffentlicht, den du hier nachlesen kannst.  Nichts ist schlimmer für mich, als andere auf mich warten zu lassen. Ich möchte keine Zeit verschwenden – weder meine und schon gar nicht die von anderen. Das erwarte ich übrigens auch immer von meinen Geschäfts- und Gesprächspartnern. Alles andere ist für mich umprofessionell. Womit wir wieder beim Thema Akribie wären.

…und übertreffe Erwartungen

Mein Motto lautet: „Underpromise – Overdeliver“. Also weniger versprechen und dafür mehr liefern. Das predige ich auch immer meinen Kunden. Lieber etwas weniger versprechen, den Termin etwas später setzen und dann doch früher abliefern mit mehr Content. Das begeistert und sorgt für Folgeaufträge.

 

2.2. Verteidiger werden gerne ausgenutzt

„Verteidiger müssen darauf Acht geben, dass andere ihre Bemühungen bemerken. Verteidiger neigen dazu, ihre Leistungen zu untertreiben. Während ihre Liebenswürdigkeit von vielen geschätzt wird, könnten zynische und egoistische Menschen das Engagement und die Bescheidenheit der Verteidiger ausnutzen, um Arbeit auf sie abzuwälzen und dann diese Arbeit als ihren eigenen Verdienst ausgeben.“

Nach wie vor fällt es mir schwer, über meine Leistungen zu sprechen oder zu schreiben. Das kostet Überwindung. Genauso schwer fällt es mir, nein zu sagen. Vor allem im privaten Bereich winde ich mich gerne und mache dann Dinge, die ich eigentlich nicht mehr machen möchte. Und wenn ich doch einmal nein sage, fühle ich mich tagelang schlecht dabei. Ich möchte es immer allen recht machen.

 

2.3. Kommunikationsfähigkeit

„Obwohl von Natur aus introvertiert, sind Verteidiger seltsamerweise sehr soziale Wesen. Sie nutzen ihre ausgezeichnete Erinnerungsgabe nicht zur Speicherung von Daten und Trivia, sondern um sich an Menschen und Details über ihr Leben zu erinnern. Verteidiger sitzen selten untätig herum, während eine gute Sache unvollendet bleibt. Die Fähigkeit der Verteidiger, mit anderen auf menschlicher Ebene zu kommunizieren, ist bei den Introvertierten unübertroffen. Verteidiger fühlen sich im Scheinwerferlicht nie wirklich wohl und können ein schlechtes Gewissen dabei haben, für die Arbeit des Teams Lorbeeren zu ernten.“

Als eher Introvertierte sind mir persönliche Beziehungen sehr wichtig. Dies gilt insbesondere auch im beruflichen Bereich. Als Angestellte habe ich mich in Unternehmen mit strengen Hierarchien und steifen Umgangsmethoden nie wohl gefühlt. Und so geht es mir jetzt auch in meiner Selbstständigkeit. Ich arbeite gerne mit Kunden, mit denen ich auf einer Wellenlänge liege.

 

2.4. Meine Stärken und Schwächen

Stärken

Hilfsbereit: Gerne helfe ich anderen. Schließlich ist das mein Beruf. Ich suche nach Win-Win-Lösungen, bin empathisch und verurteile nicht.

Zuverlässig: Halbe Sachen sind nicht mein Ding. Entweder ganz oder gar nicht. Ich arbeite sorgfältig und gewissenhaft, habe immer das Ziel vor Augen.

Einfallsreich und beobachtend: Ich kann mich gut in andere hinein versetzen und Dinge aus einer anderen Perspektive sehen. Das kommt meinen Kunden zugute, wenn es darum geht, für deren Zielgruppe zu schreiben oder Konzepte zu entwickeln. Dabei gehe ich immer sehr pragmatisch vor, mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Enthusiastisch: Meine Projekte gehe ich mit Leidenschaft an, wenn ich davon überzeugt bin, dass ich einen Unterschied machen kann.

Loyal und hart arbeitend: Wenn ich mich für ein Projekt entschieden habe, dann stehe ich voll und ganz dahinter und gebe alles.

Pragmatisch: Ich habe immer mein Ziel vor Augen und erledige auch Routine-Aufgaben problemlos.

Schwächen

Bescheiden und schüchtern: Eine meiner Herausforderungen ist es, Lob dankend anzunehmen. Ich habe mittlerweile dazugelernt, nicht ohne Freunde und Geschäftspartner vor den Kopf gestoßen zu haben. Wie beispielsweise den Freund meiner damals besten Freundin, der mir sagte, ich sehe heute gut aus. Anstelle mich zu freuen und zu bedanken, antwortete ich: „Sehe ich sonst nicht gut aus?“ Damit habe ich ihn verletzt, denn es war ein nett gemeintes Kompliment, das er nicht mehr wiederholte.

Dinge persönlich nehmen: Läuft etwas schief, suche ich zuerst den Fehler bei mir. Selbst wenn ich überhaupt nichts dafür kann. Das führt zu negativen Gefühlen, die sich auf mein persönliches Wohlbefinden auswirken. Sport hilft dann meistens.

Überfrachten sich: Immer funktionieren müssen, alles perfekt machen und Konflikten aus dem Weg gehen – das führt dazu, dass ich mich gerne auch mal übernehme und den Überblick verliere. Innerlich bin ich dann sehr gestresst, da ich mich den Erwartungen anderer – und vor allem meiner – nicht gewachsen fühle.

 

3. Fazit

Ich liebe Persönlichkeitstests, denn ich kann Dinge über mich herausfinden, die mir so vorher noch nicht bewusst waren. Ich kann dir nur empfehlen, diesen Test ebenfalls zu machen. Er ist eine gute und fundierte Grundlage, deine Stärken weiter auszubauen und an deinen Schwächen zu arbeiten.

Den Test und alle Informationen zu den verschiedenen Persönlichkeitstypen findest du hier.

 

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