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Immer wieder stolpere ich über Texte, in denen es vor Rechtschreibfehlern nur so wimmelt. Die ersten überlese ich noch gnädig, denn Tippfehler passieren den besten Schreiberlingen. Wenn sich die Fehler aber häufen, dann war’s das meist für mich. Text und Autor sind bei mir direkt negativ hinterlegt.

Ich weiß, dass ich immer ganz besonders streng bin, liegt wahrscheinlich am Beruf. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass professionelle Texte auch einen professionellen Eindruck machen müssen. Will heißen, Social-Media-Posts, Webseiten-Texte, Blogbeiträge und Newsletter sollten weitestgehend fehlerfrei sein. Ansonsten wirkt das hingerotzt, schludrig und wenig seriös. Ich als Kunde fühle mich nicht ernst genommen.

Wie du häufige Rechtschreibfehler in deinen Texten vermeiden kannst, habe ich für dich hier beschrieben. In diesem Artikel geht es darum, welche Rechtschreib- und Grammatikfehler häufig vorkommen. Meine Eselsbrücken sollen dir helfen, dass dir diese Fehler künftig nicht mehr passieren.

1. Rechtschreibfehler: Wort-Verwechslungen – das oder dass, seit oder seid, Sie oder sie

Häufige Rechtschreibfehler sind aus meiner Sicht die Wortverwechslungen. Die Klassiker sozusagen.

Dass ist eine Konjunktion und leitet in der Regel einen Nebensatz ein. Dass das nicht immer und überall gilt, bestätigt die Regel. In sehr vielen Fällen kannst du dir aber merken: Wenn du das Wort nach einem Komma durch dieses, jenes, welches ersetzen kannst, schreibst du „das“.

Seit ist eine Konjunktion und leitet eine Zeitangabe ein (Ich bin seit zwei Wochen krank). Wohingegen seid ein gebeugtes Verb ist und und die zweite Person Plural von sein ist (Ihr seid wirklich lustig).

Sie wird groß geschrieben, wenn es sich um eine persönliche Anrede in der Einzahl handelt (Können Sie mir bitte helfen?). Wenn du dagegen über eine weibliche Person schreibst, wird das Wort klein geschrieben (Ich glaube, sie ist blind).

 

2. Rechtschreibfehler: Buchstaben-Verwechslungen – ss oder ß

In diesem Fall ist die Regel so eindeutig, dass es hier längst nicht mehr zu Verwechslungen kommen sollte. Und trotzdem sehe ich immer wieder noch die alte Rechtschreibung.

Meine Eselsbrücke passt immer: Wenn du den „S-Laut“ scharf bzw. schnell aussprichst, dann werden daraus zwei „s“, also Fluss, Kompromiss, Fass. Bei eher weicher und langsamerer Aussprache nutzen wir nach wie vor das „ß“, wie z. B. Straße oder maßvoll. Du bist Schweizer:in? Dann kann dir dieser Fehler nicht passieren, denn in der Schweiz gibt es das „ß“ überhaupt nicht.

 

3. Rechtschreibfehler: Groß- und Kleinschreibungen

Bei Groß- und Kleinschreibungen wird es schon wieder etwas komplizierter, denn es gibt viele Regeln, aber auch viele Ausnahmen. Einen guten Überblick gibt wie immer der Duden.

Grundsätzlich kannst du dir aber merken, dass folgende Wörter immer groß geschrieben werden:

  • Am Satzanfang: Der Hund bellt. Morgen ist Sonntag. Ausnahme: Endet der vorangegangene Satz mit einem Semikolon (;), dann wird das folgende Wort klein geschrieben (wenn es denn sonst auch klein geschrieben wird: Der Hund bellte; im Haus war niemand zu sehen.
  • Substantive: Haus, Hund, Stadt, Archiv, Buch
  • Substantivierungen: jede Zweite, im Großen und Ganzen
  • Eigennamen: der Zweite Weltkrieg, das Ulmer Münster
  • Tageszeiten nach Adverbien: heute Morgen, gestern Nachmittag
  • Adjektive, die wie Substantive gebraucht werden: Das Gute, Altes und Neues

 

4. Rechtschreibfehler: Fehlende Leerzeichen

Welchen Rechtschreibfehler ich ebenfalls häufig sehe, sind fehlende Leerzeichen.

Zwischen Abkürzungen kommt zwingend ein Leerzeichen. Du schreibst also z. B., d. h. oder e. V. Merken kannst du dir das ganz einfach, indem du die Abkürzungen jeweils als eigenständiges Wort betrachtest. Du schreibst ja auch nicht zumBeispiel oder dasheißt.

Auch Maßeinheiten werden immer wieder falsch geschrieben. Auch hier gilt: bitte immer ein Leerzeichen setzen. Es muss also 10 km, 50 % oder 15 h heißen. Wenn du Kilometer, Prozent oder Uhr schreibst, kleben die Wörter ja auch nicht an der Zahl.

 

5. Rechtschreibfehler: Kurzer oder langer Querstrich?

Im Fachjargon werden diese Querstriche auch Viertelgeviertstrich (kurzer Querstrich) und Halbgeviertstrich (langer Querstrich) genannt.

 

5.1. Viertelgeviertstrich

Für den Viertelgeviertstrich gibt es im wesentlichen vier Anwendungsarten:

Als Bindestrich verbindet er Wörter, wie es der Name schon sagt. Er wird eingesetzt, um die Lesbarkeit von ansonsten sehr langen Wörtern zu verbessern. Beispiele: Astronauten-Nahrung, Hundefutter-Werbung oder Fußboden-Heizung.

Als Trennstrich trennt er ein Wort am Ende einer Zeile, wenn ansonsten im Text eine unschöne Lücke entstehen würde.

Als Ergänzungsstrich wird er eingesetzt, wenn Wortteile weggelassen werden, um Wiederholungen zu vermeiden. Beispiel: Ergänzungs-, Binde- oder Trennstrich.

Bindestriche werden auch für die Kopplung von Wörtern genutzt. Social Media wird beispielsweise ohne Bindestrich geschrieben. Wenn du aber über deine Social-Media-Posts schreibst, musst du auch zwischen Social und Media einen Bindestrich setzen. Es werden keine Leerzeichen vor oder hinter dem Bindestrich gesetzt.

 

5.2 Halbgeviertstrich

Auch für den langen Querstrich gibt es vier gängige Anwendungen:

Als Gedankenstrich wird er immer dann verwendet, wenn an seiner Stelle auch Klammern oder Kommas stehen könnten. Davor und danach werden immer Leerzeichen gesetzt. Beispiel: Der Bindestrich – wie der Name schon sagt – verbindet Wörter.

Als Bis-Strich ersetzt der lange Querstrich das Wort bis und wird zwischen Zahlen oder Wochentagen verwendet. Weder davor noch danach werden Leerzeichen gesetzt. Beispiele: 3–5 Mahlzeiten; Mo–Do; 14–15 Uhr.

Als Streckenstrich wird er für Streckenangaben genutzt. Auch hier werden keine Leerzeichen gesetzt. Beispiele: Auf der Strecke Hamburg–Berlin fährt zur Zeit kein Zug.

Bei Geldbeträgen ersetzt der Halbgeviertstrich die Null. Beispiel: Euro 15,–.

 

6. Rechtschreibfehler: Apostroph im Genitiv

Man nennt ihn auch den Deppenapostroph. Ich mag den Begriff nicht sonderlich, auch wenn ich mich innerlich winde, sobald dieser leider sehr häufige Schreibfehler auftaucht.

Also: Im Deutschen schreibt man Namen im Genitiv nicht mit Apostroph. Du schreibst Brittas Blumenstube, Oskars Schnellimbiss und nicht etwa Heiner’s Lampenstudio. Im Englischen wäre der Apostroph korrekt, aber im Deutschen ist diese Form des Genitivs seit Langem ausgestorben. Denn tatsächlich gab es ihn auch bei uns. Das ist allerdings über 100 Jahre her.

 

7. Rechtschreibfehler: Uneinheitliche Schreibweisen

Es gibt Wörter oder Textteile, für die unterschiedliche Schreibweisen zulässig sind. Entscheide dich in deinem Text für eine Schreibweise und bleibe dabei.

  • Aufwendig oder aufwändig. Beide Schreibweisen sind laut Duden zulässig, weil das Adjektiv zum einen von Aufwendungen oder von Aufwand abstammen kann.
  • Know-how oder Knowhow. Die vom Duden empfohlene Schreibweise ist die mit Bindestrich.
  • Schrägstriche mit oder ohne Leerzeichen. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich empfehle die Schreibweise ohne Leerzeichen, da sie häufiger vorkommt wie bspw. km/h. In Texten schreibe ich dann auch immer und/oder, Texter/Texterin ohne Leerzeichen.

 

8. Rechtschreibfehler: Dasselbe – aber nicht das Gleiche

Ich gestehe: Ein Rechtschreibfehler, der mir sogar häufig passiert.

Hier nun also die ganz einfach Regel: Dasselbe gibt es nur einmal. Das Gleiche bedeutet, dass sich zwei Dinge exakt gleichen. Wenn du also ein ganz bestimmtes Auto fährst und ich das auch habe, dann fährst du das gleiche Auto. Wenn du mit mir gemeinsam im Auto sitzt, sitzen wir im selben Auto.

 

9. Rechtschreibfehler: Verben zusammen oder getrennt schreiben?

Im Normalfall schreibst du Verben auseinander. So sieht es der Duden vor:

  • Substantiv + Verb: Fahrrad fahren, Auto fahren, Schlange stehen oder Kuchen backen
  • Verb + Verb: schreiben lassen, einkaufen gehen
  • Verb + sein: da sein, vorhanden sein, ausgeglichen sein
  • Partizip + Verb: getrennt schreiben, geschenkt bekommen

Wie immer gibt es Ausnahmen und in den folgenden Fällen werden die Wörter zusammen geschrieben:

  • Substantivierungen: Ihm ist beim Autofahren schlecht geworden.
  • Adverb + Verb: Davonkommen wird zusammen geschrieben, im Sinne von „wir sind noch einmal davongekommen“. Dagegen schreibst du „Seine schlechte Laune ist davon gekommen…“. Ganz einfach merkst du dir das über die Betonung der Wörter. Sind Adverb und Verb gleich betont, dann werden sie zusammen geschrieben. Im Schlechte-Laune-Satz wird das Wort „davon“ betont. Daher schreibst du es auseinander.

Einfacher wird es, wenn beide Schreibweisen zugelassen sind:

  • achtgeben oder Acht geben
  • haltmachen oder Halt machen
  • maßhalten oder Maß halten

 

Welche Rechtschreibfehler machst du regelmäßig oder was fällt dir immer sehr negativ auf? Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar.

 

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